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Aufkeimende Hoffnung in Afrika

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat das Thema Afrika an prominente Stelle der Tagesordnung des nächste Woche stattfindenden G-8-Gipfels gesetzt. Die Menschen in Liberia und in ganz Afrika begrüßen ihre Führungsrolle und sind dankbar für die Unterstützung Afrikas durch die G-8, vor allem für die Bemühungen der letzten Jahre, die Schuldenlast zu verringern, die Auslandshilfe bis 2010 zu verdoppeln, den Zugang zu den Märkten zu erleichtern und HIV/AIDS zu bekämpfen. Die umfassenden Bemühungen der Afrikaner in Kombination mit den Investitionen der G-8 und anderer Partner machen sich jetzt in einer Weise bezahlt, die von der Weltöffentlichkeit oft gar nicht wahrgenommen wird.

Man denke dabei an drei bedeutende historische Entwicklungen. Erstens: Im Jahr 1989 gab es in ganz Afrika lediglich vier Demokratien. Heute sind es mindestens 18, zu denen Länder wie Südafrika, Mosambik, Tansania, Benin, Mali, Ghana, und Senegal gehören. Liberia ist das jüngste Mitglied dieser Gruppe. Zweitens haben sich die wirtschaftspolitischen Strategien wesentlich verbessert. Mit wenigen Ausnahmen sind die Tage der dualen Wechselkurse, der Hyperinflation und der weit reichenden Handelshemmnisse vorbei. Und drittens ist für viele Länder endlich das Ende der 25 Jahre währende Schuldenkrise gekommen, wodurch wesentlich höhere Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Infrastruktur möglich werden.

Diese drei Entwicklungen sind in ungefähr 15 afrikanischen Ländern zu beobachten, die sich verantwortlicher Regierungsführung und vernünftiger Wirtschaftspolitik verschrieben haben. In diesen Ländern gehen mehr Kinder in die Schule, dort werden Krankheiten rigoros bekämpft und für die Armen neue wirtschaftliche Chancen geschaffen. Die Durchschnittseinkommen sind in den letzten zehn Jahren um 25 % gestiegen – eine enorme Verbesserung gegenüber dem Nullwachstum in der Vergangenheit. Der Aufschwung in diesen Ländern ist zwar immer noch labil, aber er ist real und greifbar und gibt dem ganzen Kontinent neue Hoffnung.

Den größten Anteil an diesen Veränderungen haben Afrikaner, die in der Vergangenheit ein Ende der Misswirtschaft forderten. Aber auch das Engagement der G-8 und anderer wichtiger Partner – wie der nordischen Staaten und der Niederlande – spielten eine entscheidende Rolle.