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Zeitbombe Snowden

PRINCETON – Im Gefolge der globalen Finanzkrise wiederholten führende Politiker weltweit immer wieder ein beruhigendes Mantra: Es würde keine Wiederholung der Großen Depression geben – und zwar nicht nur, weil die Geldpolitik so viel besser sei (was stimmte), sondern auch, weil die internationale Zusammenarbeit besser institutionell verankert sei. Und doch hat ein einzelner Mann, der frühere freie Mitarbeiter beim US-Geheimdienst Edward Snowden, gezeigt, wie weit entfernt von der Realität diese Behauptung weiterhin ist.

Anhaltende Phasen der Anspannung neigen dazu, das Gefüge institutioneller Zusammenarbeit zu schwächen. Die beiden Institutionen, die in den Jahren 2008-2009 am dynamischsten und effektivsten schienen, waren der Internationale Währungsfonds und die G20, doch beider Glaubwürdigkeit wurde während des langen Verlaufs der Krise kontinuierlich ausgehöhlt.

Da sich die wichtigen Industrieländer inzwischen auf dem Weg zu einer – wenn auch schwachen – wirtschaftlichen Erholung zu befinden scheinen, scheint es niemand besonders wichtig zu nehmen, dass sich die Mechanismen der Zusammenarbeit verschlissen haben. Doch das sollten wir: Es dürfte noch viele weitere finanzielle Brände an verschiedenen Standorten geben, und die Welt braucht eine Feuerwehr, um sie zu löschen.

Die Ressourcen des IWF wurden 2009 aufgestockt, und die Organisation sollte eigentlich reformiert werden, um den Schwellenmärkten eine größere Stimme zu geben. Aber bisher wurden dabei kaum Fortschritte gemacht.