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Aufklärung der Amerikaner über die muslimische Welt

NEW YORK – Präsident Barack Obama hat in seiner Grundsatzrede von Kairo der muslimischen Welt die Hand der Freundschaft entgegengestreckt – um damit Muslime für ein Miteinander in gegenseitigem Respekt zu gewinnen. Niemand hegt Zweifel an Obamas Aufrichtigkeit. Seit seinem ersten Tag im Amt betont er, wie wichtig es sei, in den Beziehungen zwischen den USA und der muslimischen Welt ein neues Kapitel zu beginnen.

Dieser Anspruch bleibt allerdings diffus, solange man sich nicht der traurigen Tatsache stellt, dass die meisten Amerikaner bedauerlich wenig über die grundlegenden Fakten des Islam sowie die geographische und kulturelle Vielfalt muslimischer Kulturen wissen.   

Die Mehrheit der Meinungsumfragen in den letzten vier Jahren zeigt, dass die Ansichten der Amerikaner über den Islam weiterhin als Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 betrachtet werden können. Umfragen der Washington Post/ABC News aus dem Jahr 2006 beispielsweise ergaben, dass beinahe die Hälfte der Amerikaner den Islam als „ungünstig“ einstufen und ein Viertel der Befragten einräumen, negative Gefühle gegenüber Muslimen zu hegen.  

Die amerikanischen Ansichten über die muslimische Welt sind vom Nahost-Konflikt und den Kriegen im Irak und in Afghanistan in einer Weise geprägt, dass es der Aufmerksamkeit der US-Bürger entgeht, dass die meisten Muslime in Asien leben oder dass es sich bei den vier Ländern mit den größten muslimischen Bevölkerungsanteilen – Indonesien, Pakistan, Indien und Bangladesh – um Kulturen mit Jahrtausende alten Traditionen der Koexistenz mit anderen Religionen und Kulturen handelt.