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Glück ist Gleichheit

LONDON – Der König von Bhutan will uns alle glücklicher machen. Regierungen, meint er, sollten danach streben, das Bruttonationalglück ihres Volkes zu maximieren und nicht das Bruttonationaleinkommen (BNE). Stellt diese neue Betonung des Glücks einen Richtungswechsel dar oder nur eine vorübergehende Mode?

Es ist leicht einzusehen, warum Regierungen weniger Wert auf das Wirtschaftswachstum legen sollten, zumal es sich als so unzuverlässig erweist. Die Eurozone wird in diesem Jahr voraussichtlich überhaupt nicht wachsen. Die britische Wirtschaft wird kleiner. Griechenlands Wirtschaft schrumpft seit Jahren. Selbst Chinas Wachstum wird sich voraussichtlich verlangsamen. Warum geben wir das Wachstum nicht auf und genießen das, was wir haben?

Ohne Zweifel wird sich diese Stimmung legen, wenn das Wachstum wieder an Fahrt gewinnt, was gewiss der Fall sein wird. Trotzdem hat sich die Einstellung zum Wachstum tiefgreifender verändert, wodurch es in Zukunft wahrscheinlich als Leitstern weniger wichtiger sein wird – vor allem in reichen Ländern.

Der erste Faktor, der das Streben nach Wachstum abgeschwächt hat, war die Sorge über die Nachhaltigkeit des Wachstums. Können wir im alten Tempo weiterwachsen, ohne unsere Zukunft zu gefährden?