Philip Hammond Stefan Rousseau/Getty Images

Expertentum und Ungleichheit

NEW YORK – In diesem Monat vor zehn Jahren erhaschte die Welt die ersten klaren Signale einer Wirtschaftskrise, die sich ein Jahr später voll entfalten und jene Art wirtschaftlicher Not verursachen sollte, wie man sie seit der Großen Depression der 1930er Jahre nicht mehr erlebt hatte. Die tiefe Rezession, die auf den Beinahe-Zusammenbruch des globalen Finanzsystems 2008 folgte, überraschte fast alle – einschließlich der Experten, die mutmaßlich am besten aufgestellt waren, sie kommen zu sehen.

Im November 2008, weniger als zwei Monate nach dem Scheiter der US-Investmentbank Lehman Brothers, fragte eine sichtlich aufgebrachte Königin Elizabeth II. bei einem Besuch der London School of Economics: „Warum hat das niemand bemerkt?“

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts wurden eine Reihe von Antworten auf diese Frage angeboten; dabei wurden die Fachleute der Arroganz oder Komplizenschaft beschuldigt oder schlicht als überbewertet eingestuft. Und der Kontext war düster: Millionen von Arbeitsplätzen gingen verloren, und die Bilanzen schrumpften. Das private Vermögen der Königin selbst war seit Beginn der Krise um 25 Millionen Pfund gefallen (wenn auch von einem sehr hohen Ausgangswert aus).

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