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Die EZB muss sich erklären

ZÜRICH – Der Gouverneur der finnischen Zentralbank, Olli Rehn, bekräftigte seine Forderung an die Europäische Zentralbank, ihr politisches Rahmenwerk einer längst überfälligen Überprüfung zu unterziehen. Der bevorstehende Führungswechsel bei dieser Institution - Christine Lagarde, seit 2011 geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, wird Mario Draghi höchstwahrscheinlich als Präsidentin nachfolgen – bietet eine erstklassige Gelegenheit, dieser Forderung nachzukommen.

Als die EZB vor 20 Jahren gegründet wurde, formulierten die Zentralbanken die Einzelheiten ihrer politischen Rahmenwerke generell nicht allzu klar. Zu diesem Zeitpunkt war eine gewisse Uneindeutigkeit möglicherweise hilfreich, da sie Flexibilität bot, als die EZB ihre Tätigkeit aufnahm. Außerdem ermöglichte sie es Zentralbankern mit unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen, sich auf einen Rahmen zu einigen, obwohl man sich auf dessen Details vielleicht nicht verständigt hätte.

Allerdings hat sich die Welt seit damals erheblich verändert und die Öffentlichkeit verlangt nun mehr Klarheit. Aber wie kann die EZB 16 Jahre nach der letzten Überarbeitung ihres geldpolitischen Rahmenwerks dem nachkommen?  

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