Ebola in Amerika

NEW YORK – Bevor Thomas Eric Duncan die Ebola in die Vereinigten Staaten brachte, wurde die Seuche dort größtenteils als exotische Pest abgetan, die höchstens das arme Westafrika betraf, und diejenigen, die es wagten, dort Hilfe zu leisten. Ihre Übertragung – vermutlich aufgrund mehrfacher Missachtung medizinischer Grundsätze – auf zwei Krankenschwestern, die für Duncans Pflege verantwortlich waren, hat das Augenmerk dann intensiv auf die Frage gelenkt, ob die USA auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet sind. Präsident Barack Obama hat letzte Woche sogar die Ernennung eines „Ebola-Zaren“ angekündigt, der für die Erkennung, Isolierung und Kontrolle des Virus in den USA verantwortlich sein soll.

Experten für Medizin und öffentliche Gesundheit haben der Öffentlichkeit versichert, es gebe wenig Grund zur Besorgnis. Die Zentren für Seuchenschutz und -vorbeugung (CDC) und andere Gesundheitsbehörden haben hinter den Kulissen sorgfältig jeden ermittelt, der mit Duncan in Kontakt gekommen sein könnte, und mögliche Überträger der Seuche unter Quarantäne gestellt. Angesichts der Stärke des US-Gesundheitssystems wurde angenommen, eine Übertragung in den USA sei beinahe unmöglich.

Aber wie aktuelle Ereignisse gezeigt haben, sollten robuste Gesundheitsbehörden nicht für selbstverständlich gehalten werden. Während der letzten zehn Jahre hat die Regierung die Budgets einiger solcher Behörden gekürzt, darunter diejenigen der CDC, der Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) und der staatlichen sowie örtlichen Gesundheitsämter. Zwischen 2005 und 2012 büßten beispielsweise die CDC 17% ihrer Finanzierung ein, und die Behörden berichteten kürzlich, dass heute für Gesundheitsnotfälle von der Art eines Ebola-Ausbruchs eine Milliarde Dollar weniger verfügbar ist als noch 2003.

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