Drogeriegenetiker

LA JOLLA, KALIFORNIEN – Als im Juni 2000 der Entwurf für die Humangenomsequenz vorgestellt wurde, verkündete US-Präsident Bill Clinton, „dies sei eine Revolution für Diagnose, Prävention und Behandlung der meisten, wenn nicht aller Krankheiten des Menschen“. Ein Jahrzehnt später hat die Hoffnung der Enttäuschung Platz gemacht: „Genkarte liefert kaum neue Heilungsmethoden“ konnte man kürzlich lesen.

Aber der Pessimismus, was das  Potenzial der Humangenomforschung angeht, wegweisend für medizinische Durchbrüche sein zu können, geht auf unrealistische Erwartungen zurück. Ein Allheilmittel, das die meisten unserer schlimmsten Krankheiten heilt, wurde nicht gefunden. Der Fortschritt hingegen, der auf dem Gebiet der Wechselwirkung von Arzneimitteln und Genen, der Pharmakogenomik, erzielt wurde, ist außerordentlich.

Die Fähigkeit zu bestimmen, welche Hauptgene für die unterschiedlichen Reaktionen auf Arzneimittel zuständig sind, geht zurück auf eine Technik, die unter der Bezeichnung genomweite Assoziationsstudien(GWAS) bekannt ist. Das gesamte menschliche Genom hat ca. sechs Milliarden Basen, aber man kann über einen Genchip eine Auswahl von ca. einer Million Basen (0,01 Prozent des Genoms) treffen, um eine Vorstellung von seiner Zusammensetzung zu bekommen. Die Basen auf dem Chip werden ausgesucht, weil sie informative Teile des Genoms sind, wie ein Postleitzahlverzeichnis. Über die GWAS-Technik haben wir die biologische Basis für die Reaktion auf viele Arzneimittel herausgefunden - sowohl in Bezug auf ihre Wirksamkeit als auch auf die Nebenwirkungen.

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