Pedro Molina

Rettet die Presse nicht

LJUBLJANA – Führende Politiker haben schon immer bestehende Kommunikations-technologien gefördert, damit das System, in dem sie regieren, überlebt. So auch heute. Regierungen könnten in Versuchung geraten, Zeitungen und öffentliches Fernsehen zu schützen, um „die Demokratie wie wir sie kennen, zu retten“. Aber Bemühungen, technische Veränderungen zu verhindern, waren schon in der Vergangenheit vergeblich und wären heute unklug. Stattdessen müssen sich das politische System und die Medien an die neue Realität anpassen.

Angesichts einer existentiellen Krise, die darin besteht, dass die neuen Technologien die Leser und Zuschauer weg locken, wenden sich die traditionellen Nachrichtenmedien verstärkt mit Hilfegesuchen an die Regierung - genau wie Banker, Autohersteller und Solarenergieerzeuger. Allerdings, so der Unterton, ist ihre Sache nobler. Die Medien sind ein Eckpfeiler der Demokratie. Wie können die Menschen ohne die Journalisten, die Ihnen die Nachrichten bringen, und allein gelassen mit Blogs und Tweets, entscheiden, welche Politik sie unterstützen wollen?

Diese Denkweise spiegelt eine uralte Angst wider, wie Platon schon sagte: Bürger besorgen „sich Informationen ohne anständige Anweisung und machen den Eindruck, sehr klug zu sein, obwohl sie meistens eher recht ignorant sind.“ Es ist eine Angst, die in der Geschichte immer ein Echo gefunden hat, von der katholischen Kirche, die Gutenbergs Druckerpresse verfluchte bis hin zu viktorianischen Bürgern, die sich über die gerade neu installierte Pressefreiheit beschwerten.

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