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Verliert die Ukraine nicht

WASHINGTON, D.C.: Der Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton in der Ukraine am 4. und 5. Juli bietet den USA eine wichtige Gelegenheit, den Ukrainern zu versichern, dass sie sich weiter der Souveränität und demokratischen Weiterentwicklung der Ukraine verpflichtet fühlen.

Dieses Signal ist von entscheidender Bedeutung, denn die mühsam gewonnene Unabhängigkeit der Ukraine und ihre Fähigkeit, engere Beziehungen zu den euroatlantischen Institutionen zu verfolgen, sind bedroht. Viele Ukrainer haben das Gefühl, dass die USA – und tatsächlich der Großteil des Westens – ihr Land aufgegeben hat.

Als Viktor Janukowitsch im Februar zum Präsidenten gewählt wurde, hofften viele Ukrainer, dass sein Sieg einen Schlussstrich unter fünf Jahre politischer Grabenkämpfe unter dem ehemaligen Präsidenten Viktor Juschtschenko ziehen und zu mehr Stabilität, Reformen und nationaler Einheit führen würde.

Diese Hoffnung hat sich als illusorisch erwiesen. Statt größere Stabilität zu bringen, hat die von Janukowitsch verfolgte Politik die Spannungen im Lande verstärkt und die Voraussetzungen für die Rückkehr der Ukraine in den wirtschaftlichen und politischen Dunstkreis Russlands geschaffen.