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Lassen wir Amerika die internationale Konkursreform nicht für bankrott erklären

Ich betätige mich häufig als Kritiker des IWF, deshalb sollte ich es anerkennen, wenn der IWF mal etwas richtig macht. Der IWF hat -letztendlich- das Scheitern seiner großen Bailout-Politik der "Rettungsaktionen" erkannt - Fehlschläge, die in Thailand, Indonesien, Korea, Russland, Brasilien und jüngst Argentinien allzu offensichtlich sind. Ein dreifaches Hoch auf den IWF.

Umfangreiche Sicherheitsleistungen ermöglichten es den Ländern überwertete Wechselkurse kurzfristig aufrecht zu erhalten, was es den Reichen in diesen Ländern wiederum ermöglichte, ihr Geld zu günstigeren Konditionen rauszuziehen als sie es sonst womöglich getan hätten. Diese Sicherheitsleistungen ermöglichten es auch Banken aus dem Westen, die sich an unkluger Kreditgewährung beteiligt hatten, ihre Rückzahlung zu bekommen. Während überbewertete Wechselkurse - wenn auch nur über einen kurzen Zeitraum beibehalten- die Konjunktur schwächten, blieb dem Land die Last überlassen, Milliarden von Dollars an IWF-Darlehen abzubezahlen.

Das Problem war nirgendwo offensichtlicher als beim russischen Bailout im Jahr 1998, als das Wachstum erst nach dem "Scheitern" -der Entwertung des Rubels- wieder einsetzte. Die an Russland geliehenen Milliarden fanden sich schon bald auf den schweizerischen und zypriotischen Bankkonten der russischen Oligarchen wieder. Das alles war offensichtlich, als im Juli 1998 der Kredit gewährt wurde, heute sind es jedoch die Bürger Russlands, die für die Fehler des IWF bezahlen müssen.

Argentinien sorgte für den Coup de Grace , den Gnadenstoß, für die große Bailout-Strategie des IWF. Ich und andere hatten über Jahre dafür plädiert, mehr Vertrauen in Stillhalteabkommen, Umstrukturierungen und Bankrott zu setzen. Endlich ist auch der IWF so weit. Eigentlich sollte aber die ganze Zeit klar gewesen sein, dass der IWF als ein Haupt-Kreditgeber nicht selbst die Rolle des Konkursrichters übernehmen konnte. Die Interessenkonflikte waren eklatant.