Verdient Clinton Anerkennung für den US-Wohlstand?

CAMBRIDGE: Eine Kernfrage der diesjährigen US-Präsidentschaftswahlen ist, ob der amerikanische Wohlstand Ergebnis der Politik der Clinton Administration oder durch grundlegende Veränderungen erzeugt wird, die von neuen Technologien und der Globalisierung ausgehen. Kurz gefragt, sollen wir uns bei Bill Clinton oder Bill Gates für Amerikas Aufschwung bedanken?

Die wirtschaftlichen Erfolge Clintons acht Jahren an der Macht sind unbestritten. Amerika erfreut sich seines nun schon mehr als neun Jahre andauernden längsten Wirtschaftswachstums der Geschichte. Die Wirtschaft wuchs im durchschnitt 3,6 % pro Jahr zwischen 1992 und 1999, also um weitaus mehr als die 2,9 % des jährlichen Wachstums zwischen 1980 und 1992. Zwischen 1992 und 1999 wurden 15 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Die Arbeitslosenrate ist mit nunmehr 4 % die niedrigste seit 30 Jahren. Die Leistung des Aktienmarktes ist mit absoluten Wertsteigerungen von über 7 Billionen Dollar seit Beginn 1996, sagenhaft.

Natürlich könnten keiner Regierung allein so grosse Trends vollständig zugerechnet werden. Dennoch war die Clinton Regierung in dieser Zeit mehr als nur ein Zuschauer. Präsident Clinton übernahm eine günstige Erbschaft (die Ergebnisse der Politik der Vorgängerregierungen sowie Ergebnisse globaler Entwicklungen und Innovationen in Wissenschaft und Technologie) und gestaltete daraus auf geschickter Art und Weise eine Wirtschaftssteuerung, die auf eine Wissen-basierte Wirtschaft zugeschnitten war. Seine Regierung verdient viel Anerkennung, sowohl für die eingesetzte Politik als auch für das Vermeiden von Fehler.

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