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Die Arbeit muss mobiler werden

PRINCETON – Was vom letzten Jahr hauptsächlich in Erinnerung bleiben wird, ist das, was der zukünftige US-Präsident Donald Trump gern „Globalismus“ nennt. Populistische Bewegungen eröffneten den Kampf gegen „Experten“ und „Eliten“, die sich nun ihrerseits fragen, was sie bei der Steuerung der Kräfte der Globalisierung und technologischen Innovation denn falsch gemacht haben.

Es scheint ein Konsens darüber zu entstehen, dass Menschen und Gemeinschaften, die von diesen Kräften benachteiligt wurden, einen Ausgleich erhalten sollten, vielleicht sogar in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens.. Aber diese Strategie birgt viele Gefahren. Menschen, die für sinnlose Tätigkeiten oder gar fürs Nichtstun bezahlt werden, werden wahrscheinlich noch antriebsärmer und entfremdeter. Regionen, die lediglich aufgrund ihrer Schwäche subventioniert werden, könnten mehr Autonomie fordern und dann, wenn sich die Bedingungen nicht verbessern, mit Verbitterung reagieren.

Also sind Ausgleichszahlungen nicht genug. Menschen sind erfindungsreich und anpassungsfähig, aber nur unter bestimmten Bedingungen, also müssen wir Wege finden, wie die Opfer der Globalisierung weiterhin kreativ und sinnvoll an der Wirtschaft teilnehmen können. Dazu können wir in die Geschichte zurückblicken und schauen, wie es den „Verlierern“ früherer Perioden schneller technologischer Entwicklung erging.

Während der industriellen Revolution des späten achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhunderts führten technische Innovationen, insbesondere bei der Textilverarbeitung, zur massenweisen Verdrängung geschickter Kunsthandwerker und Facharbeiter, die kein Sicherheitsnetz hatten, um diesen Schlag abzufedern. Aber rückblickend scheint es nicht so, dass die Regierungen etwas hätten tun können, um schlesische Handweber oder irische Kunsthandwerker zu entschädigen. Trotz harter Arbeit waren ihre Produkte teurer und qualitativ schlechter als diejenigen der neuen Fabriken.