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Das Ende des Paradigmas vom freien Markt

CAMBRIDGE – In den 2020er Jahren werden wir die Vorstellung, wonach die Lösung wirtschaftlicher Probleme „dem Markt überlassen” werden könne, endgültig begraben –  nach rund 40 Jahren, in denen diese Überzeugung der Gesellschaft und der Umwelt unermesslichen Schaden zugefügt hat.

Diese Prognose kann aufgrund des Wesens der digitalen Ökonomie mit derartiger Gewissheit gestellt werden. Die seit langem bestehende Wirtschaftstheorie, der zufolge Firmen oder Menschen durch individuelles Handeln zur Maximierung der Gewinne oder des „Nutzens“ das beste Ergebnis für die Gesellschaft erzielen, war nie stichhaltig. Denn wenn es so wäre, würden Unternehmen keinen Vorteil darin erblicken, stark zu wachsen und Werbetreibende würden niemals sozialen Druck anwenden, um Verbraucher zu manipulieren. In der digitalen Welt ist es aber schlicht nicht möglich, unsere gegenseitige Abhängigkeit außer Acht zu lassen.  

Man denke an die allgegenwärtigen digitalen Plattformen von heute. Ein Grund, warum es nur wenige weltweit dominierende Akteure gibt, sind die Netzwerkeffekte: unabhängig davon, ob eine Plattform potenziellen Gästen Restaurantvorschläge bietet oder Nutzern ermöglicht, sich untereinander zu verbinden, gilt die Formel, dass es für alle Anwender am besten ist, je mehr Nutzer sich auf der Plattform tummeln. Mit zunehmender Größe der Plattform steigt auch der Nutzen für alle und das häufig mit wachsender Geschwindigkeit. 

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