Hat Hisbollah gewonnen?

In der Zeit direkt nach dem Oktoberkrieg des Jahres 1973 frohlockte die arabische Welt, weil der Mythos der israelischen Unbesiegbarkeit durch Ägyptens Überquerung des Suezkanals und Syriens Offensive, die über die Golanhöhen gefegt war, zerstört worden war. In Israel gab es harsche Kritik an politischen wie militärischen Führungskräften, die für den Verlust von 3.000 Soldaten in einem Krieg ohne einen klaren Sieg verantwortlich gemacht wurden. Ministerpräsidentin Golda Meir, Verteidigungsminister Moshe Dayan, der Generalstabschef der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) David Elazar und der Chef des militärischen Nachrichtendienstes waren allesamt in Verruf geraten und wurden schon bald ersetzt.

Erst danach wurden andere Maßstäbe angelegt, ironischerweise zuallererst von den ägyptischen und syrischen Regierungschefs. Während Kommentatoren in Israel und auf aller Welt immer noch den Verlust Israels militärischer Vormachtstellung beklagten oder sich daran weideten, stellten sowohl der ägyptische Präsident Anwar Sadat als auch der syrische Präsident Hafez Al-Assad ernüchtert fest, dass ihre Länder einer katastrophalen Niederlage näher gekommen waren als im Jahr 1967 und die Verhinderung eines weiteren Krieges zwingend erforderlich sei. Dies führte zu Sadats Frieden und Assads Waffenstillstand auf den Golanhöhen des Jahres 1974, gegen den seitdem niemals verstoßen wurde.

Es ist nur im Rückblick einfach, den Krieg des Jahres 1973 zu deuten. Israel war überrumpelt worden, weil die gute Arbeit der Geheimdienste in einem von arroganter Vermessenheit geprägten Klima falsch interpretiert wurde. Die so gut wie unbewacht gelassenen frontalen Sektoren wurden größtenteils überrannt. Die Ägypter hatten einen hervorragenden Kriegsplan und kämpften gut, und syrische Panzer stießen mutig vor und starteten drei Tage und Nächte lang eine Angriffswelle nach der anderen. Innerhalb von 48 Stunden schien sich Israel an beiden Fronten am Rande einer Niederlage zu befinden.

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