Paul Lachine

Entwicklung zurück

CAMBRIDGE, MASS.: Man braucht nicht viel Zeit in Entwicklungsländern zu verbringen, um zu merken, dass ihre Volkswirtschaften ein Mischmasch sind, der das Produktive mit dem Unproduktiven und die Erste mit der Dritten Welt kombiniert. In den modernen, produktiveren Teilen der Volkswirtschaft liegt die Produktivität (obwohl in der Regel immer noch niedrig) viel näher an der, die wir in den hoch entwickelten Ländern beobachten.

In der Tat ist dieser „Dualismus“ eines der ältesten und grundlegendsten Konzepte wirtschaftlicher Entwicklung; es wurde erstmals in den 1950er Jahren vom niederländischen Ökonomen J.H. Boeke artikuliert, der von seinen Erfahrungen in Indonesien inspiriert war. Boeke glaubte an eine klare Trennung zwischen dem modernen, kapitalistischen Stil wirtschaftlicher Organisation, wie er im Westen vorlag, und der vorkapitalistischen, traditionellen Art des Wirtschaftens, die damals in den als „unterentwickelt“ bezeichneten Gebieten vorherrschte. Obwohl moderne industrielle Praktiken in die unterentwickelten Gesellschaften Eingang gefunden hatten, hielt es Boeke für unwahrscheinlich, dass sich diese in erheblichem Umfang würden durchsetzen und diese Gesellschaften in ihrer Gesamtheit umgestalten können.

Wenn Ökonomen heute an wirtschaftlichen Dualismus denken, fällt ihnen an dabei zuerst der Nobelpreisträger Sir W. Arthur Lewis ein. Lewis stellte Boekes Idee auf den Kopf, indem er argumentierte, dass die Migration von Arbeitskräften aus der traditionellen Landwirtschaft in moderne industrielle Aktivitäten der Motor wirtschaftlicher Entwicklung sei. Tatsächlich, so Lewis, mache das Nebeneinander des Traditionellen und des Modernen Entwicklung erst möglich.

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