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Könnte ein Grundeinkommen den armen Ländern helfen?

BERKELEY – Die alte Idee, den Wohlfahrtsstaat durch die Einführung eines bedingungslosen und universellen Grundeinkommens zu sanieren, hat in letzter Zeit über das ganze politische Spektrum hinweg die Fantasie angeregt. Die Linke hält ein solches Einkommen für ein einfaches und potenziell umfassendes Mittel gegen Armut. Im rechten Lager wird es als Methode angesehen, komplexe Wohlfahrtsbürokratien abbauen zu können, während gleichzeitig der Bedarf an einem gewissen Sozialausgleich anerkannt wird, ohne die wirtschaftlichen Anreize erheblich zu schwächen. Ebenso könnte es die Angst vor einer Zukunft lindern, in der Arbeiter in vielen Bereichen durch Roboter ersetzt werden könnten. Aber kann ein Grundeinkommen tatsächlich funktionieren?

Bis jetzt wurde diese Frage in erster Linie in den Industriestaaten gestellt – und die Zahlen sehen nicht sehr gut aus. Obwohl jetzt angeblich Kanada, Finnland und die Niederlande die Idee eines Grundeinkommens prüfen, warnen einige prominente westliche Ökonomen, es sei völlig unerschwinglich. In den Vereinigten Staaten beispielsweise würde eine Zahlung von 10.000 Dollar an jeden Erwachsenen – was noch unterhalb der offiziellen Armutsgrenze für eine Einzelperson liegt – im momentanen System sämtliche staatlichen Steuereinnahmen erschöpfen. Vielleicht waren es solche Rechnungen, die die Schweizer Wähler dazu gebracht haben, diese Idee bei einer Volksabstimmung Anfang des Monats mit überwältigender Mehrheit abzulehnen.

Aber was ist mit Staaten mit Einkommen in geringer oder mittlerer Höhe? In der Tat könnte an Orten, wo die Armutsgrenze niedrig ist und die bestehenden sozialen Netze sowohl lückenhaft als auch zu teuer zu verwalten sind, ein Grundeinkommen haushaltspolitisch sinnvoll sein.

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