13

Wachstum in Zeiten der Umwälzung

FORT LAUDERDALE, FLORIDA – Die Entwicklungs- und Schwellenländer stehen bei ihrem Versuch, hohes und nachhaltiges Wachstum zu erreichen, vor großen Hindernissen – über die sie oft wenig oder gar keine Kontrolle haben. Neben dem Gegenwind durch das langsame Wachstum der Industrieländer und den ungewöhnlichen monetären und finanziellen Bedingungen nach der Krise spielen auch die umwälzenden Effekte der Digitaltechnologie eine Rolle, die den relativen Vorteil dieser Länder bei arbeitsintensiven Produktionsvorgängen zunehmend unterminieren. Da eine Umkehr dieser Trends nicht möglich ist, bleibt nur die Anpassung.

Bei der Produktion von Elektronikgeräten spielen Roboter schon eine erhebliche Rolle, und das Nähgewerbe, das für viele Länder traditionell der erste Eintrittspunkt in das weltweite Handelssystem ist, könnte als nächstes an der Reihe sein. Hält dieser Trend an, wird es immer weniger erforderlich sein, Angebotsketten auf den Standort relativ unbeweglicher und kosteneffektiver Arbeitskräfte auszurichten, und die Produktion wird näher an die Endmärkte heranrücken. Adidas beispielsweise baut bereits eine Fabrik in Deutschland, wo Roboter hochwertige Sportschuhe produzieren, und plant eine zweite in den Vereinigten Staaten.

Angesichts all dessen müssen die Entwicklungsländer jetzt ihre Wachstumsstrategien anpassen. Um dies auf vernünftige Weise tun zu können, müssen mehrere Hauptfaktoren berücksichtigt werden.

Erstens werden die Probleme in den Industrieländern – vom langsamen Wirtschaftswachstum bis hin zur politischen Unsicherheit – wahrscheinlich weiter andauern und für eine längere Zeit weltweit das potenzielle Wachstum bremsen. In diesem Zusammenhang dürfen die Entwicklungsländer auf keinen Fall der Versuchung nachgeben, durch nicht nachhaltige Mittel wie der Anhäufung von Schulden die Nachfrage anzukurbeln.