Paul Lachine

Falsche Vorstellungen bei der Hochschulbildung

CAMBRIDGE – Seit Ökonomen aufgezeigt haben, wie sehr Universitäten zum Wirtschaftswachstum beitragen, schenkt die Politik dem Hochschulwesen große Aufmerksamkeit. Jedoch verstehen die Politiker dabei die Rolle der Universitäten häufig falsch, und zwar in einer Weise, die ihre politischen Strategien untergräbt.

So hat US-Präsident Barack Obama wiederholt die Notwendigkeit betont, den Anteil junger Amerikaner, die einen Hochschulabschluss erwerben, zu erhöhen. Dies ist unzweifelhaft ein erstrebenswertes Ziel, das zum nationalen Wohlstand betragen und jungen Leuten helfen kann, den amerikanischen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Doch bestätigen mit der Beziehung zwischen Bildung und Wirtschaftswachstum befasste Ökonomen, was schon der gesunde Menschenverstand nahelegt: Die Anzahl der Hochschulabschlüsse ist nicht annähernd so wichtig wie die Frage, wie gut die Studenten ihre kognitiven Fähigkeiten – wie kritisches Denken und Problemlösefähigkeiten – entwickeln.

Lässt man diesen Punkt außer Acht, kann das erhebliche Folgen haben. Wenn Länder sich für eine massenhafte Hochschulbildung entscheiden, erhöhen sich die Kosten für den Unterhalt der Universitäten gegenüber einem Elitensystem drastisch. Angesichts der Tatsache, dass der Staat noch viele andere Programme unterstützt – und dass die Bürger Steuererhöhungen ablehnen –, wird es immer schwieriger, das Geld für derartige Bemühungen aufzubringen. Die Universitäten müssen daher versuchen, mehr Studenten eine qualitativ hochwertige Bildung zu vermitteln und dabei so wenig Geld wie möglich auszugeben.

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