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Die Entmilitarisierung islamistischer Politik

ISLAMABAD – Können sich islamische Regierungen von den einflussreichen Militärs ihrer Länder befreien und eine zivile Kontrolle errichten, die mit der in liberalen Demokratien vergleichbar ist? Diese Frage ist heute in so verschiedenen Ländern wie Ägypten, Pakistan und der Türkei von höchster Bedeutung.

Es ist hilfreich, die Vergangenheit der Region zu verstehen, um vorhersagen zu können, wie dieses Ringen ausgehen wird. Das intensive militärische Engagement in Politik und Staatsführung hat seit der Entstehung des Islam im siebten Jahrhundert Tradition. Tatsächlich haben die zunehmenden militärischen Fähigkeiten des Islam zu seiner raschen Verbreitung in aller Welt beigetragen.

Das Militär war für die territoriale Implantation des Islam im gesamten Nahen Osten, sowie in Persien, Südeuropa und auf dem indischen Subkontinent verantwortlich. Sobald ein islamischer Staat auf neu erobertem Gebiet gegründet wurde, bildete das Militär die wesentliche Komponente seiner Führung.

Die Einbindung des Militärs in den Staat stach besonders im Osmanischen Reich hervor, dessen Herrscher eine neue Form der militärischen Streitmacht schufen, die ihre Bemannung weitgehend aus Teilen Europas bezog, die unter islamischer Herrschaft standen. Diese Janitscharen (christliche Knaben, die zum Dienst in osmanischen Infanterieeinheiten zwangsverpflichtet wurden), wurden entweder in Europa rekrutiert oder aus Ländern unter osmanischer Herrschaft verschleppt.