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Angebot oder Nachfrage?

CHICAGO – In der Wirtschaft dreht sich alles um Angebot und Nachfrage. Normalerweise sind beide ausgeglichen und wenn nicht, nähern sie sich durch starke Kräfte einander an. Angesichts der hohen und anhaltenden Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten stellt sich jedoch eine reelle Frage nach dem Wesen des Problems: Ist die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu gering oder gibt es Probleme beim Angebot?

Die Regierung von Präsident Barack Obama geht offenbar davon aus, dass das Problem nachfragebedingt ist und hat eine Konjunkturmaßnahme nach der anderen beschlossen, die Steuern gesenkt und Transferleistungen und Staatsausgaben erhöht, um den Konsum und Investitionen anzukurbeln. Die US-Notenbank scheint einer ähnlichen Auffassung zu sein und hält nicht nur die kurzfristigen Zinsen extrem niedrig, sondern verfolgt eine abenteuerliche Politik hinsichtlich der langfristigen Zinsen. Einigen progressiven Ökonomen ist das noch nicht genug.

Warum ist es dieser Politik bisher nicht gelungen die Arbeitslosigkeit zu verringern, obwohl sich das Wachstum bereits erholt? Die progressiven Wirtschaftswissenschaftler sagen, dass die Konjunkturmaßnahmen funktioniert und eine wesentlich tiefere Rezession – wenn nicht Schlimmeres – abgewendet haben, die Maßnahmen jedoch zu zaghaft waren, um für eine kräftige Erholung zu sorgen.

Die konservativen Ökonomen entgegnen, dass es eben gerade am freizügigen Umgang der Regierung mit dem Geld der Steuerzahler liegt, dass die Haushalte, in Furcht vor zukünftigen Steuern, eine abwartende Haltung einnehmen und vermehrt sparen. Zudem hat die zunehmend aktivistische Regierung bei Unternehmen für Unsicherheit im Hinblick auf zukünftige regulatorische und steuerpolitische Maßnahmen gesorgt, die sich deshalb bei Investitionen in Zurückhaltung üben.