Tod und Tabaksteuern

In den ärmeren Ländern der Welt breitet sich nahezu unkontrolliert eine tödliche Gefahr aus. Innerhalb von 25 Jahren wird sie weltweit 10 Millionen Tote fordern – mehr als Malaria, Müttersterblichkeit, Infektionen in der Kindheit und Durchfall zusammen. Mehr als die Hälfte der Todesopfer werden zwischen 30 und 69 Jahren sein und ungefähr 25 Jahre ihrer eigentlichen Lebenserwartung einbüßen. Wer ist schuld? Der Tabak. Die gleiche Sucht, die in den westlichen Ländern zur wichtigsten vermeidbaren Todesursache wurde, hat sich in den Entwicklungsländern massiv ausgebreitet. Im 20. Jahrhundert starben, vorwiegend in den Industrieländern, 100 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Hält der gegenwärtige Trend an, wird das Rauchen im 21. Jahrhundert vor allem in den Entwicklungsländern ungefähr einer Milliarde Menschen das Leben kosten.

In Indien erhöht Rauchen bei Männern und Frauen das Risiko an Tuberkulose zu erkranken um das Dreifache und es könnte sogar zur Übertragung von Tuberkulose auf andere beitragen. Ungefähr 1 Million Menschen werden demnächst in China und Indien pro Jahr an den Folgen des Rauchens sterben. Wird das Rauchen nicht auf breiter Basis aufgegeben, werden allein in diesen beiden Ländern möglicherweise 150 Millionen junge Erwachsene durch Tabak den Tod finden.

Allerdings muss die Zahl der Todesopfer in der Vergangenheit nicht zu einem Maß für die Zukunft werden. Es ist bekannt, wie der Tabakkonsum kontrolliert werden kann. Um die durch Tabak verursachten Todesfälle in den nächsten Jahrzehnten zu verringern, ist es notwendig, dass die momentan 1,1 Milliarden Raucher ihr Laster aufgeben. Eine Senkung jener Zahl von Kindern, die mit dem Rauchen beginnen, würde vor allem nach 2050 Leben retten. Es hat Sinn, das Rauchen aufzugeben: Sogar diejenigen, die zwischen ihrem 40. und 50. Lebensjahr aufhören, verringern ihr Todesrisiko erheblich und bei Rauchern, die zwischen ihrem 30. und 40. Lebensjahr aufhören, sinkt das Todesrisiko beinahe auf den Wert von lebenslangen Nichtrauchern.

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