Daniel Ortega ist wieder im Rennen

Mit der Linken auf dem Vormarsch in Großteilen Lateinamerikas überrascht es nicht, dass Nicaraguas Sandinisten-Führer Daniel Ortega ein Comeback versucht. Doch schafft Ortega in seiner Partei einen Ausnahmezustand, indem er versucht, die Gefahr durch Herty Lewites, den früheren Bürgermeister von Managua und beliebtesten Politiker des Landes, einzudämmen. In einer Initiative wies Ortega die Notwendigkeit eines Parteivorsitzenden zurück und erklärte sich selbst zum Kandidaten der Sandinisten für die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr.

Das Verblüffende an Ortegas Maßnahme ist, dass er bereit ist, so viel politisches Kapital zu riskieren, indem er Lewites nicht nur aus der Partei ausschließt, sondern auch die Genehmigungen seines Herausforderers streicht, politische Versammlungen abzuhalten, und ihm verbietet, sandinistische Parteisymbole zu benutzen. Und doch ist es Ortega trotz alledem noch nicht gelungen, Lewites Fähigkeit zu beeinträchtigen, die Massen hinter sich zu versammeln. Ortegas Zurschaustellung seiner Macht erinnert lediglich an seinen autokratischen Stil.

Es ist seine fünfte Kandidatur für die Präsidentschaft, wobei er die letzten drei Versuche verloren hat. Dies kommt der Bush-Regierung gelegen, die die Veteranen des antisandinistischen „Contrakriegs“ der 1980er wieder ins Amt beruft, unter anderem Elliot Abrams, John Negroponte, Roger Noriega, Dan Fisk und Otto Reich. In einer Erinnerung an diese Konfrontation warf Ortega seinen alten Feinden in den Vereinigten Staaten vor, einen Plan zu seiner Ermordung zu schmieden. Der US-Unterstaatssekretär für Lateinamerika Roger Noriega antwortete darauf, indem er Ortega einen „Ganoven“ nannte.

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