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Eine große, vereinheitlichte Wirtschaftstheorie?

NEW YORK – Der „Government Shutdown“ in den USA im vergangenen Monat – das Ergebnis einer Konfrontation zwischen den Parteien bei den Haushaltsverhandlungen im Kongress – versinnbildlicht die in modernen wirtschaftspolitischen Debatten vorherrschende Polarisierung.

Auf der einen Seite stehen die Anhänger John Maynard Keynes’, die argumentieren, dass staatliche Interventionen jeder Volkswirtschaft über die Ankurbelung der Gesamtnachfrage und die damit einhergehende Steigerung der Beschäftigungsrate helfen können, eine Krise durch Wachstum zu überwinden. Die Regierung, so die Keynesianer, habe die Fähigkeit – und die moralische Verantwortung –, viele wenn nicht gar alle Wirtschaftsprobleme eines Landes zu lösen.

Auf der anderen Seite stehen die Anhänger der sogenannten Österreichischen Schule und insbesondere der Ideen Friedrich Hayeks, die geltend machen, dass ein schlanker Staat und ein freies Unternehmertum den einzig gangbaren Weg hin zu Freiheit und Wohlstand darstellen. Der Markt sei in der Frage der Zuweisung knapper Ressourcen der beste Schiedsrichter und sollte daher als Haupttriebkraft einer Volkswirtschaft dienen.

In den letzten Jahren hat sich diese anhaltende Debatte zunehmend verschärft – und die Kosten der damit verbundenen Blockade steigen. Um in den entwickelten Volkswirtschaften wieder für Wachstum zu sorgen und zugleich in den Entwicklungsländern ein hohes BIP-Wachstum aufrechtzuerhalten und die Armut zu verringern, bedarf es eines stärker vereinheitlichten Ansatzes bei der wirtschaftspolitischen Entscheidungsfindung, der aus beiden Traditionen schöpft.