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Unsicherheit im Cyberspace

CAMBRIDGE – Im August 2008 marschierten russische Truppen in Georgien ein. Beobachter streiten darüber, wer zuerst geschossen hat, doch gab es eine kaum beachtete Dimension des Konflikts, die große Auswirkungen auf die Zukunft haben wird.

In den Wochen vor dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts griffen Computerhacker die Websites der georgischen Regierung an. Der Russland-Georgien-Konflikt stellt die ersten bedeutsamen Internetangriffe dar, die einen bewaffneten Konflikt begleiten. Willkommen im einundzwanzigsten Jahrhundert.

Bedrohungen aus dem Cyberspace und potenzielle Internetkriegsführung verdeutlichen die erhöhte Verletzbarkeit und den Kontrollverlust in modernen Gesellschaften. Die Regierungen waren vor allem besorgt über Hackerangriffe auf die IT-Infrastruktur ihrer eigenen Verwaltung, doch gibt es über Regierungscomputer hinaus etliche Angriffspunkte in der Gesellschaft.

In einem offenen Brief an den US-Präsidenten im September 2007 warnten amerikanische Internetschutz-Experten, „die kritische Infrastruktur der Vereinigten Staaten, einschließlich Stromversorgung, Finanzwesen, Telekommunikation, Gesundheitsfürsorge, Transport, Wasser, Verteidigung und Internet, ist höchst empfindlich für Internetangriffe. Schnelle und entschlossene Maßnahmen zur Eindämmung sind erforderlich, um eine nationale Katastrophe zu verhindern.“ In der trüben Welt des Internets sind Angreifer schwer zu identifizieren.