Währungschaos

BRÜSSEL – Guido Mantega, der brasilianische Finanzminister, hat den aktuellen monetären Zeitgeist treffend eingefangen, als er von einem drohenden „Währungskrieg“ sprach. Was wie ein bilateraler Streit zwischen den Vereinigten Staaten und China über den Wechselkurs des Renminbi aussah, hat sich in eine allgemeine Kontroverse über Kapitalflüsse und Währungen verwandelt.

Heutzutage scheint jedes Land seine Währung abwerten zu wollen. Japan hat wieder mit Deviseninterventionen angefangen, und die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und die Bank of England bereiten einen weiteren Großaufkauf von Staatsanleihen vor – eine als „quantitative Lockerung“ bezeichnete Maßnahme, die die langfristigen Zinssätze senkt und die Währung indirekt schwächt.

China leistet erbitterten Widerstand gegen den Druck seitens der USA und Europas, die im Schneckentempo vonstatten gehende Aufwertung des Renminbi gegenüber dem Dollar zu beschleunigen. Schwellenländer greifen auf verschiedene Techniken zurück, um Kapitalzuflüsse abzuwehren oder ihre Auswirkungen auf den Wechselkurs zu neutralisieren.

To continue reading, please log in or enter your email address.

Registration is quick and easy and requires only your email address. If you already have an account with us, please log in. Or subscribe now for unlimited access.

required

Log in

http://prosyn.org/k5b6Aa0/de;