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Kreativität, Korporatismus und Crowds

NEW HAVEN – Wirtschaftswachstum, das haben wir vor vielen Jahren aus den Arbeiten von Ökonomen wie Robert M. Solow vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelernt, beruht zum großen Teil auf Lernen und Innovation und nicht nur auf Sparen und der Anhäufung von Kapital. Wirtschaftlicher Fortschritt hängt letztendlich von Kreativität ab. Die Furcht vor „säkularer Stagnation“ in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften von heute hat daher dazu geführt, dass viele darüber nachdenken, wie sich die Kreativität beflügeln lässt.

In letzter Zeit war häufig zu hören, dass am dringendsten Konjunkturprogramme, basierend auf den Thesen John Maynard Keynes, benötigt würden – Deficit Spending etwa, also schuldenfinanzierte Staatsausgaben. Schließlich sind Menschen am kreativsten, wenn sie aktiv und nicht wenn sie arbeitslos sind.

Andere sehen keine Verbindung zwischen Konjunkturimpulsen und neuer wirtschaftlicher Dynamik. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es unlängst so ausgedrückt, dass Europa „eher politischen Mut und Kreativität braucht als Milliarden Euro“.

Tatsächlich brauchen wir beides. Wenn wir Dynamik fördern wollen, brauchen wir keynesianischen Stimulus und andere Maßnahmen, die die Kreativität fördern – insbesondere Politiken, die solide Finanzinstitute und soziale Innovation fördern.