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Die Remanenz pandemiebedingter wirtschaftlichen Verhaltensweisen

MUMBAI/SAN FRANCISCO – Nach Beginn der COVID-19-Pandemie mussten Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher sich schnell anpassen, um unter den Beschränkungen der Pandemie weiter operieren zu können. Nun, da neue Impfstoffe zumindest in einigen Ländern eine Wiederaufnahme „normaler“ Aktivitäten ermöglichen, ist eine der drängendsten Fragen für die Unternehmen die nach dem Ausmaß, in dem diese Änderungen fortbestehen werden.

Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Dauerhaftigkeit pandemiebedingter Verhaltensänderungen von einer Kombination aus Unternehmensentscheidungen und Regierungspolitik abhängt, die ihrerseits Entscheidungen der Verbraucher und Arbeitnehmer bestimmt. Nicht immer wirken diese Faktoren so zusammen, dass die Präferenzen der Verbraucher sich durchsetzen. So zeigen zum Beispiel Meinungsumfragen, dass 30-50% der Verbraucher beabsichtigen, nachhaltige Produkte zu kaufen. Doch entfallen auf derartige Produkte in der Regel weniger als 5% vom Gesamtumsatz, was u. a. daran liegt, dass die Unternehmen höhere Preise dafür verlangen und die Regierungen keine Kaufanreize setzen.

Im Gegensatz dazu brachten die durch COVID-19 ausgelösten globalen Verwerfungen einen perfekten Sturm hervor, bei dem Umstellungen beim Verbraucherverhalten mit entsprechenden Veränderungen bei der Arbeitsweise der Unternehmen und bei staatlichen Vorschriften zusammenfielen. Tatsächlich beschleunigten viele dieser Verhaltensumstellungen die Umsetzung von Praktiken, die vor der Pandemie vielversprechend erschienen, aber sich aufgrund von Kostenbedenken oder weit verbreiteter Skepsis nicht durchsetzen konnten. Das Virus hat ihren Nutzen viel deutlicher werden lassen, indem es eine Gelegenheit schuf, mit ihnen zu experimentieren.

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