alexis1_COLLART HervéSygma via Getty Images_deforestation Collart/HervéSygma via Getty Images

Ohne Biodiversität ist Schluss

TORONTO – Die Schuldzuweisungen haben begonnen. Die Zahl der Covid-19-Opfer ist noch unbekannt, doch Hass und Fehlinformationen grassieren wie eine zweite Seuche. Der Schaden, den Desinformation und das Virus selbst in Familien und Gemeinden anrichten, kommt unserem Versäumnis gleich, dafür zu sorgen, dass die Gestaltung der Maßnahmen auf Wissenschaft und nicht auf Gerede beruht.

Studien zeigen, dass Viren mehrheitlich von Tieren auf Menschen übergehen. Einige behaupten fälschlicherweise, dies sei auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Es gibt jedoch Beweise dafür, dass der Schutz und die Vielfalt von Biotopen oder Lebensräumen den Kontakt zwischen Mensch und Tier und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens neuer Krankheitserreger beim Menschen verringert. Unser Versäumnis, uns auf die Wissenschaft zu verlassen, ist ein wichtiger Faktor, der unserer aktuellen Corona-Krise zugrunde liegt.

Von Tieren übertragene Krankheiten sind heute häufiger denn je. Eine 2017 von Fachkollegen überprüfte Studie ergab, dass 75% der neu auftretenden Infektionskrankheiten, die den Menschen betreffen, wie etwa das West-Nil-Virus, Ebola, SARS und Borreliose sogenannte Zoonosen sind, also Krankheiten, die durch Erreger verursacht werden, die von Tieren auf den Menschen übergegangen sind.

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