Elephant, back view

Das verdrängte Problem in den Vorstandsetagen

LONDON – Wirtschaftsführer und Regierungen sorgen sich dieser Tage über eine Vielzahl von Problemen. Klimawandel, Massenvernichtungswaffen, Wasserverknappung, Migration und Energie sind die größten Bedrohungen, vor denen wir laut den 750 für den Global Risk Report 2016 des Weltwirtschaftsforums befragten Experten stehen. Und auf der Jahrestagung des Forums in Davos in diesem Jahr war die schiere Zahl ungelöster Probleme – dem Zusammenbruch des Mittleren Ostens, der Zukunft der Europäischen Union (insbesondere angesichts der Möglichkeit eines britischen Austritts), den US-Präsidentschaftswahlen, der Flüchtlingskrise, dem Konjunkturabschwung in China, der Ölpreisentwicklung usw. – per se beunruhigend.

Doch man bedenke noch etwas anderes: Keines der im Bericht des Weltwirtschaftsforums herausgestellten Risiken hat die steile Zunahme an Schuldenkrisen verursacht oder die Welle von Skandalen, die allein im letzten Jahr Volkswagen, Toshiba, Valeant und die FIFA erfasst haben. Diese (und noch viele weitere) Entwicklungen wurzeln in einem prosaischeren – und beständigeren – Problem: der Unfähigkeit oder Weigerung, die Notwendigkeit von Kurskorrekturen (einschließlich eines neuen Managements) anzuerkennen.

Überall in Europa und in den USA gewinnen bei den Wählern Anti-Establishment-Parteien und -Kandidaten an Boden, während sich viele politische Führer, die weiter einen Ansatz des „Business as usual“ verfolgen, möglicherweise bald nach einem neuen Job umsetzen müssen. Und dasselbe gilt für Wirtschaftsführer: Viele aktivistische Investoren haben die Nase voll und sind entschlossen, einen Wandel zu erzwingen – entweder ganz direkt oder durch „Abstimmung mit den Füßen“, indem sie Anteile an Unternehmen abstoßen, die ihre Kriterien nicht erfüllen.

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