molina2_Jason LarkinConstruction PhotographyAvalonGetty Images_airconditioners Jason Larkin/Construction Photography/Avalon/Getty Images

Langsamere Erderwärmung durch klimafreundliche Kühlung

SANTA BARBARA/SAN DIEGO – Die Ironie des Klimawandels ist oft grausam. In unserer sich stetig erwärmenden Welt explodiert beispielsweise vor allem in den Entwicklungsländern die Nachfrage nach Klimaanlagen und Kältetechnik. Mehr Klimaanlagen führen jedoch zu weiterer Erwärmung, sowohl aufgrund der darin enthaltenen chemischen Kältemittel als auch durch den Stromverbrauch dieser Geräte. Weltweit können bis zu 50 Prozent des Spitzenstrombedarfs während der immer länger dauernden warmen Jahreszeit auf Kühlung entfallen.

Ein neuer Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) auf Grundlage von Daten, die von einem Team unter unserer gemeinsamen Leitung erhoben wurden, zeigt, dass der Übergang zu energieeffizienter, klimafreundlicher Kühlung - unter Verwendung von Kältemitteln, die eine geringere Gefahr hinsichtlich der globalen Erwärmung darstellen - technisch und wirtschaftlich machbar ist. Durch den Einsatz der besten derzeit verfügbaren Technologien sowohl bei Kältemitteln als auch im Hinblick auf Energieeffizienz könnte bis 2060 das Äquivalent von bis zu 460 Milliarden Tonnen an Kohlendioxidemissionen vermieden werden. Diese Menge entspricht den weltweiten Treibhausgasemissionen im Laufe von acht Jahren. Bis 2030 würde man Emissionen sparen, die beinahe dem Ausstoß von 1.600 mittelgroßen Spitzenlastkraftwerken entsprechen.

Von entscheidender Bedeutung dabei ist die Eliminierung der „Superschadstoff“-Kältemittel namens Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) sowie eine Steigerung der Energieeffizienz von Kühlanlagen. Andernfalls könnten allein die Emissionen aus diesem Bereich das verbleibende „CO2-Budget” zur Eindämmung der globalen Erwärmung auf den „sicheren” Schwellenwert von 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert aufbrauchen.  

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