Jon Krause

Geständnisse eines finanziellen Deregulierers

BERKELEY – Damals, im Amerika der späten 1990er Jahre, gab es zwei Denkrichtungen, die sich für stärkere finanzielle Deregulierung einsetzten – das heißt, für die Aufhebung der rechtlichen Trennung des Investmentbanking von den Geschäftsbanken, für die Reduzierung der Kapitalanforderungen an die Banken und für aggressivere Erzeugung und Verwendung von Derivaten. Wenn Deregulierung heute so unbeliebt ist, warum war sie es damals nicht?

Die erste Denkrichtung war überwiegend die der Republikanischen Partei der USA. Ihr zufolge war finanzielle Regulierung schlecht, weil jede Regulierung schlecht war. Die zweite, die hauptsächlich von der Demokratischen Partei vertreten wurde, war etwas komplizierter und das Ergebnis aus vier Beobachtungen:

·         Zumindest in Bezug auf den industriellen Kern der Weltwirtschaft war es über 60 Jahre her, dass finanzielle Zerrüttung mehr als einen lediglich minimalen Einfluss auf die Produktions- und Beschäftigungsraten hatte. Die modernen Notenbanken haben zwar Schwierigkeiten, mit Inflationsschocks umzugehen, aber es ist Generationen her, dass es einen Deflationsschock gab, mit dem sie nicht fertig wurden.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To read this article from our archive, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy, which describes the personal data we collect and how we use it.

Log in

http://prosyn.org/rmD8ZW4/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.