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Clintonomics gegen Trumponomics

STANFORD – Kaum mehr als zwei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl führt Hillary Clinton laut Meinungsumfragen auf nationaler Ebene und in einigen wichtigen „Swing-States“ mit fünf Prozentpunkten vor Donald Trump. Aber noch ist nichts entschieden, insbesondere angesichts des Personalwechsels und großer politischer Reden in der Trump-Kampagne, ganz zu schweigen vom E-Mail-Skandal, der immer noch die Clinton-Kampagne plagt. Als letztes wurde dort ein Mailwechsel zwischen Führungskräften der Clinton-Stiftung und Beamten des Außenministeriums unter Clinton veröffentlicht.

Bis jetzt haben sich die Medien und die Öffentlichkeit auf die Themen der Einwanderung, des Terrorismus, der Außenpolitik und der möglichen persönlichen Schwächen der Kandidaten konzentriert, aber weniger auf die Wirtschaftspolitik. Dies ist ein ernsthaftes Versäumnis, da es zwischen den wirtschaftspolitischen Programmen der beiden Kandidaten grundlegende Unterschiede gibt.

Nehmen wir als erstes die Staatsausgaben: Clinton befürwortet Ausgaben für den Ausbau der Sozialversicherung (deren ungedeckte Schulden bereits jetzt höher als die Staatsschulden sind), kostenlosen Unterricht an öffentlichen Universitäten, Schuldenerleichterungen für Studenten, und eine zusätzliche „öffentliche Option“ für das Krankenversicherungsprogramm „Affordable Care Act“ von 2010, auch als Obamacare bekannt. Auch will sie die Ausgaben für Präsident Barack Obamas teure Industriepolitik der grünen Energien, die bestimmte Energiequellen und sogar einzelne Unternehmen auf Kosten von anderen bevorzugt, verdoppeln.

Trump hingegen sagt, er wolle die Sozialversicherung so lassen, wie sie ist, Obamacare abschaffen und ersetzen sowie die Staatsausgaben effizienter und effektiver gestalten (wozu er sich allerdings nicht genauer geäußert hat).