Paul Lachine

Klimagerechtigkeit

DURBAN – Vor dem Klimagipfel in Kopenhagen vor zwei Jahren saßen wir beide in Kapstadt und hörten die Schilderungen von vier Bäuerinnen und einem Bauern aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Sie erzählten uns, in welcher Weise der Klimawandel ihre Existenzgrundlage untergräbt. Alle erklärten, wie ihnen Überflutungen und Dürreperioden sowie die Abwesenheit regelmäßiger Saat- und Erntezeiten zu schaffen machten. Die gleichen Ängste plagen weltweit auch Subsistenzbauern und indigene Völker – Menschen, die die Hauptlast dieser Klimaschocks tragen, obwohl sie an deren Entstehung nicht beteiligt waren.  

Heute, zehn Jahre später, sitzen wir im südafrikanischen Durban, wo die diesjährige Klimakonferenz, COP17, abgehalten wird und stellen fest, dass sich die Situation der armen Menschen in Afrika und anderswo noch weiter verschlechtert hat. In seinem jüngsten Bericht kommt der UNO-Klimarat zu dem Schluss, dass nun praktisch sicher ist, dass die heißen Tage im globalen Maßstab heißer werden und auch häufiger vorkommen. Tatsächlich haben sie in ihrer Häufigkeit in den meisten Regionen der Welt um einen Faktor 10 zugenommen.  

Das brutale Paradoxon des Klimawandels ist überdies, dass auch Starkregenfälle öfter auftreten und dadurch die Gefahr von Überflutungen steigt. Seit 2003 verzeichnete man in Ostafrika die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Dies trägt zweifellos zu der schweren Hungersnot bei, unter der am Horn von Afrika gegenwärtig 13 Millionen Menschen leiden.

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