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Klimaschutz versus Kapitalismus?

PARIS – Der jüngste Bericht des Weltklimarates lässt keine Zweifel offen: selbst wenn es gelingt, die Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahrzehnten drastisch zu reduzieren, wird die globale Erwärmung bis mindestens 2050 anhalten. Geht es mit der Senkung der Emissionen zu langsam, werden Hitzewellen, Dürren, Starkregenfälle und Überschwemmungen, wie wir sie in diesem Sommer erlebt haben, häufiger auftreten. Noch katastrophalere Folgen, wie etwa die abrupte, unumkehrbare Änderung von Meeresströmungen, können nicht ausgeschlossen werden.

Glücklicherweise ist die Öffentlichkeit zunehmend von der Dringlichkeit des Problems überzeugt. Aus einer aktuellen Umfrage der Vereinten Nationen geht hervor, dass fast zwei Drittel der Menschen in 50 Ländern den Klimawandel als Notfall betrachten. Es stellt sich also die Frage, was die Klimaschutzmaßnahmen mit sich bringen werden. Wie werden sie sich auf Einkommen, Jobs und Lebensbedingungen auswirken? Die meisten Bürgerinnen und Bürger wissen es einfach nicht, weil ihnen sehr gegensätzliche Zukunftsperspektiven präsentiert werden.

Auf der einen Seite sind die Technikoptimisten zuversichtlich, dass neue, grüne Innovationen einen großen Beitrag zur Lösung des Problems leisten können. Ihre Zukunftsvision ist einfach: statt mit benzinbetriebenen Autos werden wir mit Elektroautos fahren, statt in Flugzeugen werden wir in Hochgeschwindigkeitszügen reisen und wir werden in CO2-neutralen Häusern wohnen. Die Reichen werden ihrem Urlaub auf fernen Kontinenten womöglich abschwören müssen, aber der Lebensstil aller anderen wird im Wesentlichen erhalten bleiben.

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