jma5_LAKRUWAN WANNIARACHCHIAFPGetty Images_sri lanka Lakruwan Wanniarachchi/AFP/Getty Images

Gürtel und Straße mit wenig Kohlenstoff

PEKING – Bei den Diskussionen über den Klimawandel geht es heute meist um die größten Emittenten der Vergangenheit und Gegenwart. Blickt man aber in die Zukunft, liegen die größten Klimachancen und -risiken bei den über sechzig Ländern, die sich an der chinesischen Gürtel-und-Straße-Initiative (BRI, Belt and Road Initiative) beteiligt haben.

Der Schwerpunkt der BRI, die China im Jahr 2013 ins Leben gerufen hat, liegt in erster Linie darauf, Kapital für Infrastrukturinvestitionen zu mobilisieren und die Verbindungen zwischen den teilnehmenden Volkswirtschaften zu verbessern, von denen die meisten immer noch Entwicklungsländer mit relativ niedrigem Einkommen sind. Zwar besteht die Hoffnung, die BRI werde in diesen Ländern eine starke Beschleunigung des BIP-Wachstums und der Entwicklung auslösen, aber die Investitionen in Infrastruktur und andere Projekte der Initiative können auch weitreichende ökologische und klimatische Folgen haben.

Momentan erwirtschaften die Teilnehmerländer ohne China etwa 18% des weltweiten BIP und sind für 26% der globalen Kohlendioxidemissionen verantwortlich. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird allerdings erwartet, dass die Wirtschaft der BRI-Länder durchschnittlich doppelt so schnell wächst wie diejenige der OECD-Staaten, und die Investitionen in diese Länder werden wahrscheinlich über die Hälfte der weltweiten Gesamtinvestitionen ausmachen. Schlimmstenfalls könnten die BRI-Teilnehmerländer dann bis 2050 über die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen ausstoßen.

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