Klimawandel und „Climategate“

KOPENHAGEN – Tausende Politiker, Bürokraten und Umweltaktivisten sind in Kopenhagen zum globalen Klimagipfel COP15 eingetroffen, mit dem prahlerischen Mut – und der Selbstachtung – einer Kommandoeinheit, die davon überzeugt ist, dass sie dabei ist, die Welt zu retten. Und obwohl die politischen Differenzen unter ihnen gewaltig bleiben, gratulieren sich die Delegierten trotzdem gegenseitig dazu, die Antworten auf die Erderwärmung zu haben.

Die polternde Sprache und das demonstrative Selbstvertrauen, die das Bella Center hier erfüllen, erinnern mich an eine ähnliche Szene: Kyoto 1997. Dort unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der Welt tatsächlich ein rechtlich bindendes Abkommen über die Reduktion von CO2-Emissionen – etwas, das den Teilnehmern des Kopenhagener Gipfels entgehen wird. Doch was hat das Kyoto-Protokoll erreicht? Bisher zumindest praktisch nichts.

Gewiss hat Europa einige Fortschritte bei der Senkung seiner Kohlendioxidemissionen gemacht. Doch von den 15 EU-Ländern, die beim Kyoto-Gipfel vertreten waren, haben 10 immer noch nicht die dort vereinbarten Ziele erreicht. Auch Japan oder Kanada werden das nicht schaffen. Und die Vereinigten Staaten haben das Abkommen noch nicht einmal ratifiziert. Insgesamt erreichen wir wahrscheinlich knapp 5 % der in Kyoto versprochenen Reduktion.

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