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Die Stärke der Zivilgesellschaft in einer Welt nach der Pandemie

LAHORE – Am 25. Mai 2020 filmte ein 17-jähriges Mädchen ein verstörendes Video, das anschließend viral ging. Man sah einen weißen Polizeibeamten in Minneapolis der neun Minuten und 29 Sekunden lang auf dem Nacken eines schwarzen Mannes kniete, der mit Handschellen gefesselt und mit dem Gesicht nach unten auf dem Bürgersteig lag. Der Mann, George Floyd, starb an diesem Tag.

Millionen von Menschen auf der ganzen Welt begriffen durch Floyds Tod plötzlich, wie allgegenwärtig systemischer Rassismus und Polizeigewalt sind. Die „Black Lives Matter”-Bewegung nutzte dieses wachsende Bewusstsein und organisierte Proteste in den Vereinigten Staaten, die wiederum Demonstrationen überall auf der Welt inspirierten, von Frankreich über Kolumbien bis Südafrika. Und, ein Beweis für das Potenzial von Organisation: die Proteste bewirkten eine echte Veränderung.

Derek Chauvin, der Polizist, der Floyd tötete, wurde wegen Mordes zu mehr als 22 Jahren Gefängnis verurteilt. Aber die Auswirkungen der BLM-Proteste gingen noch darüber hinaus: es wurde eine internationale Kommission ins Leben gerufen, in der ich mitarbeitete, um den Polizeirassismus in den USA zu untersuchen. Wir fanden, dass der anhaltende systemische Rassismus gegen Afroamerikaner in den USA ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt, das nun durch den Internationalen Strafgerichtshof untersucht werden wird.

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