Feng Li/Getty Images

Chinas Sommer der Unzufriedenheit

CLAREMONT, KALIFORNIEN – Die Politik hat die fiese Angewohnheit, uns zu überraschen – insbesondere in einem Land wie China, wo es wenig Transparenz und viele Intrigen gibt. Vor fünf Monaten schockierte Präsident Xi Jinping seine Landsleute damit, dass er die zeitliche Begrenzung der präsidentialen Amtszeit abschaffte und seine Absicht signalisierte, sein Leben lang im Amt zu bleiben. Aber die wirkliche Überraschung kam danach.

Während Xis Ankündigung herrschte allgemein die Ansicht vor, seine Dominanz innerhalb des chinesischen Parteienstaats sei so gut wie absolut, und daher sei es ausgeschlossen, dass seine Macht auf Widerstand stoßen könne. Aber Xi erlebt nun den schlimmsten Sommer seit seinem Amtsantritt im November 2012. Ein steter Strom schlechter Nachrichten sorgt dafür, dass viele Chinesen – und insbesondere Mitglieder der chinesischen Eliten – enttäuscht, besorgt, wütend, hilflos und über ihren immer mächtigen Staatsführer unzufrieden sind.

Die jüngste schlechte Nachricht aus dem vergangenen Monat waren die Erkenntnisse von Regierungsermittlern, dass ein Pharmakonzern minderwertige Impfstoffe gegen Diphterie, Tetanus und Keuchhusten hergestellt und Daten für seinen Tollwutimpfstoff gefälscht hat. Diese schlechten Impfstoffe wurden hunderttausenden chinesischen Kindern im ganzen Land verabreicht.

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