xi jinping taiwan speech SAM YEH/AFP/Getty Images

Chinas gefährliche Taiwan-Politik

WASHINGTON, DC – Der voranschreitende geopolitische Wettstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten wird vielfach als ein neuer Kalter Krieg bezeichnet. Sollte daraus jemals ein heißer Krieg werden, könnte Taiwan – hauptsächlich aufgrund der chinesischen Politik gegenüber der Insel – der Auslöser sein.

Im Juni 2016 setzte Chinas Regierung die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan aus, weil sich die für die Unabhängigkeit eintretende Demokratische Fortschrittspartei (DPP), die gerade wieder an die Macht gelangt war, weigerte, den so genannten Konsens von 1992 anzuerkennen, der die politische Grundlage des Ein-China-Prinzips bildet. Allerdings verfolgte die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen seit damals einen gemäßigten Kurs, mit dem sie kompromisslose DPP-Anhänger enttäuschte.

Doch China ist das nicht genug, weswegen man den Druck auf Taiwan weiter erhöhte. So überzeugte man beispielsweise fünf andere Länder, die diplomatischen Beziehungen ebenfalls abzubrechen, wodurch die Zahl der Staaten, die formelle Beziehungen zur Insel unterhalten, auf gerade einmal 17 sank. Außerdem unternahm China Schritte, um den Tourismus aus Festland-China zu schwächen: während im Jahr 2015, als die Peking-freundliche Kuomintang-Regierung im Amt war, beinahe 4,2 Millionen Touristen aus Festland-China Taiwan besuchten, verringerte sich die Gesamtzahl dieser Gäste im Jahr 2017 auf lediglich 2,73 Millionen.

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