Chinas allumfassende Afrikastrategie

Seit der Berliner Afrikakonferenz im Jahr 1883, die der damalige belgische König Leopold II. als „Aufteilung des afrikanischen Kuchens“ bezeichnete, hat sich der Westen Exklusivrechte an Afrika südlich der Sahara gesichert. Der jahrhundertelange Kampf gegen Kolonialherrschaft und Apartheid hat wenig daran geändert. Nun aber wird der westliche Einfluss durch China in den Hintergrund gedrängt, das sich ebenfalls für die reichen Mineralvorkommen und Bodenschätze Afrikas interessiert.

Durch sein Verständnis für die anti-kolonialen Ressentiments – und den ernsthaften Umgang mit dem Kontinent – hat sich China in ganz Afrika Wohlwollen erworben. An der noch in diesem Jahr stattfindenden nächsten Konferenz des chinesisch-afrikanischen Kooperationsforums (CACF), das zur Förderung von Handel und Investitionen gegründet wurde, werden neben 46 afrikanischen Staatschefs auch Vertreter der chinesischen Führung teilnehmen. Allerdings statten der chinesische Präsident Hu Jintao, Vizepräsident Zeng Quinghong und Ministerpräsident Wen Jiabao dem Kontinent auch außerhalb dieser Konferenzen regelmäßige Besuche ab.

Mit den Bemühungen Chinas, seine Verbindungen mit Afrika zu stärken, werden drei Ziele verfolgt: die Konsolidierung einer sicheren Energie- und Ölversorgung, die Beschränkung des taiwanesischen Einflusses auf dem Kontinent (wo sechs jener 26 Staaten liegen, mit denen Taiwan volle diplomatische Beziehungen unterhält) und die Ausweitung der wachsenden globalen Bedeutung Chinas.

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