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Währungskrieg - Nicht nur China trägt die Schuld

Da China seine unterbewertete Währung mit dem Dollar verklammert hat, bedeutet die Abwertung des Dollar im Zuge der amerikanischen Finanzkrise eine Abwertung des Yuan gegenüber den anderen Währungen dieser Welt. Die Notenbanken Südkoreaa, Brasiliens, Taiwans, Japans, der Schweiz und vieler anderer Länder versuchen dagegen zu halten, indem sie Dollars kaufen, um ihre eigene Währung auf diese Weise gegen eine Aufwertung zu schützen und ihre Exporte zu verteidigen: Auch Europa wird nervös, nachdem der Eurokurs bereits temporär auf 1,40 Dollar gestiegen war, weit über die Kaufkraftparität von  1,17 Dollar hinaus.

Die USA gehen nun massiv gegen China vor und treffen Vorkehrungen für einen Handelskrieg. Der Kongress hat den Präsidenten ermächtigt, Importzölle für chinesische Waren zu verhängen, falls China nicht bereit ist, seine Währung substanziell gegenüber dem Dollar aufzuwerten.

Wie kommt es, dass die USA plötzlich so aggressiv agieren, wo doch die Unterbewertung des Yuan, derzeit circa 45%, schon viele Jahre angehalten hat? Warum sind sie nicht schon früher dagegen vorgegangen?

Der Grund liegt beim Kapitalverkehr. China ist nämlich nicht länger Willens, seine Einnahmen aus dem Güterhandel mit den USA weiterhin in US-amerikanische Staatspapiere zu investieren. Die Unterbewertung des Yuan wurde von den USA akzeptiert, solange China die verdienten Dollars wieder in die USA zurückbrachte und mit ihnen das Staatsdefizit finanzierte, doch nun, da die Chinesen es vorziehen, ihr Geld in Afrika und anderswo in Rohstoffe zu investieren, trifft sie der volle Zorn der amerikanischen Politik.