hong kong handover Anthony Wallace/Getty Images

Ein Land, ein System

STOCKHOLM – Am 1. Juli wird der 20. Jahrestag der Übergabe der britischen Kronkolonie Hongkong an China nach der Formel „Ein Land, zwei Systeme“ begangen. Doch die offiziellen Feierlichkeiten werden von einer unausweichlichen Frage überschattet: Gibt es wirklich etwas zu feiern?

Hätte man Deng Xiaoping, den Architekten des Modells „Ein Land, zwei Systeme“, gefragt, wie der 20. Jahrestag der Übergabe aussehen würde, hätte er vielleicht gesagt, dass die Einwohner Hongkongs auf ihren Wohlstand und ihre Freiheit anstoßen würden. Die chinesische Führung ihrerseits würde ihre Glaubwürdigkeit und ihre Steuerungsfähigkeit zur Geltung bringen, und der Chor der Zweifler an der Kommunistischen Partei Chinas und der Aufrichtigkeit ihrer Versprechen an Hongkong würde letztlich verstummen.

Doch die Realität sieht ganz anders aus. Heutzutage spielen sich in Hongkong regelmäßig Szenen ab, die 1997 unvorstellbar gewesen wären: gegen China gerichtete Massendemonstrationen, die Wahl von radikalen Gegnern der Kommunistischen Partei ins Parlament von Hongkong, offene Forderungen nach Unabhängigkeit.

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