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Chinas demographische Manipulation

MADISON, WISCONSIN, USA – Kaum jemals hat ein Volkszählungsbericht so viel Aufmerksamkeit erregt wie der, den China im Mai dieses Jahres veröffentlicht hat. Angesichts der langen chinesischen Tradition der Manipulation demographischer Daten war es zumindest verdächtig, dass die Ergebnisse des Zensus von 2020 erst mit einem Monat Verzögerung veröffentlicht wurden. Aber was kurz darauf geschah, hat die düstere demographische Wirklichkeit des Landes effektiv bestätigt.

Offiziell ist die chinesische Bevölkerungsentwicklung nicht alarmierend: Laut der Volkszählung 2020 hat die Bevölkerungszahl des Landes im Jahr 2020 die erwartete Höhe von 1,41 Milliarden erreicht und steigt weiter. Aber weniger als einen Monat nach der Veröffentlichung dieser Daten kündigten die chinesischen Behörden an, die Regeln zur Familienplanung zu lockern, so dass Haushalte statt zwei künftig drei Kinder haben dürfen. Außerdem wurde ein umfangreicher Plan vorgestellt, mit dem die Fertilitätsrate gesteigert werden soll.

Diese Maßnahmen legen nahe, dass Chinas demographische Struktur tatsächlich viel schlechter ist, als uns die Behörden weismachen wollen. Tatsächlich lässt eine Analyse der Altersstruktur des Landes darauf schließen, dass dort viel weniger Bürger leben als behauptet und dass die Bevölkerungszahl bereits zurückgeht.

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