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Präsidentielles Menuett in Chile

BUENOS AIRES – Chile ist seit den 1980er Jahren Lateinamerikas Erfolgsgeschichte, geprägt von raschem Wirtschaftswachstum, erfolgreicher Integration in die Weltwirtschaft, soliden demokratischen Institutionen, einer effizienten staatlichen Verwaltung und geringer Korruption. Gemessen an den meisten Standards geht es dem Land besser als dem Rest der Region.

So ist es auch keine Überraschung, dass die Chilenen die regierende Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten (die Concertación ) über vier aufeinander folgende Legislaturperioden im Amt bestätigten und zwar seit 1990, als die Demokratie nach 17 repressiver Militärherrschaft unter General Augusto Pinochet wiederhergestellt wurde. Bei den Präsidentschaftswahlen am 13. Dezember allerdings könnten die Wähler dem Kandidaten der Concertación die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Für die Concertación geht der Christdemokrat Eduardo Frei ins Rennen. Er ist der Sohn eines ehemaligen Präsidenten und hatte dieses Amt selbst von 1994 bis 2000 inne. Bei seinem Gegenspieler handelt es sich um Sebastián Piñera, Großunternehmer, früherer Senator und Präsidentschaftskandidat im Jahr 2006. Er repräsentiert die wichtigsten oppositionellen Kräfte - Piñeras gemäßigt konservative Renovación Nacional (RN) und die weiter rechts stehende Union Democrata Independiente (UDI).

Soweit also nichts Neues: Die RN und die UDI – die sich hauptsächlich in ihrem Zugang zur Militärregierung unterscheiden, aus der sie hervorgingen (wobei die RN selbstkritischer agiert) – waren die wichtigsten Herausforderer bei allen vorangegangenen Wahlgängen.