Die Kämpfer für die Kinder

LONDON – Der britische Sozialreformer Eglantyne Jebb meinte einmal, die einzige internationale Sprache, die die Welt versteht, sei das Weinen eines Kindes. Fast hundert Jahre, nachdem Jebb Save the Children gegründet hatte, wurde der Friedensnobelpreis 2014 an Malala Yousafzai, die 17-jährige Streiterin für die Schulausbildung von Mädchen, und den Kämpfer gegen Kinderarbeit Kailash Satyarthi verliehen. Das Nobelpreiskomittee hat damit den weltweiten zivilrechtlichen Kampf gegen Menschenhandel mit Kindern, Kinderarbeit, Kinderhochzeiten und Diskriminierung gegen Mädchen anerkannt.

Angesichts der jüngsten und anhaltenden Konflikte in Syrien, Irak, Gaza und Südsudan, denen so viele junge Leben zum Opfer gefallen sind, hat das Nobelpreiskomittee gute Gründe, auf das Leid von Kindern hinzuweisen. Schulen, die eigentlich Zufluchtsorte sein sollten, wurden zu militärischen Zielen. Tausende von Kindern in Syrien und im Irak wurden zum Militärdienst gezwungen. Trotz der Bemühungen der UN-Hilfsorganisationen hatte das Blutvergießen dieses Sommers eine weitere Million Flüchtlingskinder zur Folge.

Die Verletzlichkeit von Kindern wurde vor sechs Monaten überdeutlich, als die islamistische Terrorgruppe Boko Haram (deren Name „Westliche Ausbildung ist eine Sünde“ bedeutet) 276 nigerianische Schulmädchen verschleppte. Selbst wenn alle entführten Mädchen sicher zurückkehren, wie es in einem Waffenstillstand zwischen der Gruppe und der nigerianischen Regierung beschlossen wurde, gibt es weltweit immer noch 15 Millionen Kinder unter 14 Jahren, die zur Arbeit gezwungen werden, oft unter erschreckend ausbeuterischen Umständen. Weitere zehn Millionen Mädchen im Schulalter werden jedes Jahr als Kinderbräute verheiratet, und 32 Millionen Mädchen wird das Recht auf eine Grundschulausbildung verweigert.

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