Members of the National Socialist Movement  in Washington David Holloway/Getty Images

Sind Nazis typisch amerikanisch?

NEW HAVEN – Sind die Vereinigten Staaten von Nazismus bedroht? Die kurze Antwort darauf lautet nein, und zwar ungeachtet der erschreckenden Ereignisse in Charlottesville im Bundesstaat Virginia vom vergangenen Wochenende.

In Charlottesville, wo sich die von Thomas Jefferson gegründete University of Virginia befindet,  versammelten sich Nationalisten, Separatisten, Neonazis, Mitglieder des Ku-Klux-Klans und andere gleichgesinnte Gruppen unter Hakenkreuzfahnen und marschierten in einem Fackelzug im Stile der Nazis. Am Ende des darauffolgenden Tages kam es auch zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ein weißer Suprematist ging dabei so weit, dass er mit einem Auto in eine Ansammlung von Gegendemonstranten fuhr und dabei eine Person tötete und 19 weitere verletzte.

Die für diese Gewalt in Charlottesville verantwortlichen Gruppen feierten US-Präsident Donald Trumps Wahl im vergangenen November. Und Trump zögerte häufig, sich von ihnen zu distanzieren; als der ehemalige Ku-Klux-Klan-Chef David Duke Trump während des Wahlkampfs öffentlich unterstützte, dauerte es skandalös lange, bis Trump Duke und seine Anhänger zurückwies. Trump hat während des Wahlkampfs auch wiederholt Gewalt angefacht, während er für autoritäre Staatschefs wie den russischen Präsidenten Wladimir Putin grenzenlose Sympathie an den Tag legte.

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