willems5_FRANCOIS GUILLOTPOOLAFP via Getty Images_charliehebdomemorial Francois Guillot/Pool/AFP via Getty Images

Die Verteufelung von Journalisten muss ein Ende haben!

AMSTERDAM – Im Februar vor fünf Jahren stürmten Saïd und Chérif Kouachi die Pariser Büros der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und töteten in einem nur wenige Minuten dauernden Alptraum 12 Menschen. In den darauffolgenden Tagen gingen Millionen Menschen in Frankreich und anderswo auf die Straße, um ihre Solidarität mit den ermordeten Journalisten zu zeigen.

Für die Europäer stellten die Morde an Charlie Hebdo den ersten Massenangriff auf Journalisten in unmittelbarer Nähe dar. #JeSuisCharlie („Ich bin Charlie”) wurde zu einem der beliebtesten Twitter-Hashtags überhaupt. Die Pressefreiheit war im Trend.

Seitdem ist der Kampf zur Verteidigung der journalistischen Freiheit jedoch ins Stocken geraten, und das öffentliche Interesse ist deutlich zurückgegangen - auch im Fall von Charlie Hebdo. Im Januar 2019 beklagten die Mitarbeiter des Magazins in einem Leitartikel, dass die Leser und Leserinnen von den Schießereien nichts mehr hören wollen. „Vielleicht solltet Ihr endlich mal einen Schlussstrich ziehen!” wurde ihnen angeblich geraten.

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