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Verlieren die Zentralbanken ihre große Wette?

ZÜRICH – In den letzten Jahren haben die Zentralbanken einen großen Einsatz gewagt. Sie wetten, dass der Einsatz unkonventioneller und experimenteller Maßnahmen langfristig eine wirksame Brücke zu umfassenderen Maßnahmen darstellen kann, die ein hohes inklusives Wachstum generieren und das Risiko finanzieller Instabilität minimieren werden. Doch die Zentralbanken mussten immer wieder Abstriche machen und wurden sich dabei zunehmend der wachsenden Risiken für ihre Glaubwürdigkeit, Effektivität und politische Autonomie bewusst. Ironischerweise können Zentralbanker jetzt eine Antwort von anderen politischen Entscheidungsträgern erhalten, die, anstatt zur Normalisierung ihrer Operationen beizutragen, ihre Aufgabe viel schwieriger machen können.

Beginnen wir mit der US-Notenbank, der mächtigsten Zentralbank der Welt, die immensen Einfluss auf andere Zentralbanken hat. Nachdem es der Fed nach 2008 gelungen war, ein dysfunktionales Finanzsystem zu stabilisieren, das die Welt in eine mehrjährige Depression zu stürzen drohte, hoffte sie, ihre politische Haltung bereits im Sommer 2010 normalisieren zu können. Aber ein zunehmend polarisierter Kongress, gekennzeichnet durch den Aufstieg der Tea Party, war gegen die notwendige Übergabe an die Finanzpolitik und gegen Strukturreformen.

Stattdessen konzentrierte sich die Fed darauf, mit experimentellen Maßnahmen Zeit für die US-Wirtschaft zu gewinnen, bis das politische Umfeld für eine wachstumsfreundliche Politik konstruktiver würde. Die Zinssätze wurden auf Null gesenkt, und die Fed baute ihr nichtkommerzielles Engagement an den Finanzmärkten aus und kaufte über ihre Quantitative-Easing-Programme (QE) eine Rekordzahl an Anleihen.

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