25 Jahre des Übergangs in Osteuropa

WASHINGTON, DC – Was für einen Unterschied 25 Jahre machen können. Im Jahr 1989 setzte in Mittel- und Osteuropa ein Wandel von historischer Tragweite ein, vom autoritären Kommunismus zum demokratischen Kapitalismus. Die Erinnerungen an das alte System beginnen bereits zu verblassen und so scheint es angebracht, auf die Fortschritte in der Region zurückzublicken, zu prüfen, welche Lehren gezogen wurden und die künftigen Herausforderungen zu beleuchten.

Es wäre ein Fehler zu glauben, dass eine erfolgreiche Transformation der Region unausweichlich war. Am Ende des Kalten Krieges lasteten überall dominierender Staatsbesitz und auf die Schwerindustrie fokussierte Investitionen auf den Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas. Die Geld- und Fiskalpolitik hatte, ohne Rücksicht auf das makroökonomische Gleichgewicht, auf die Förderung des industriellen Wachstums abgezielt, was zu einem chronischen Nachfrageüberhang und weitverbreiteten Engpässen führte. Erschwerend kam hinzu, dass weite Teile der Region – mit der bemerkenswerten Ausnahme Tschechoslowakei – unter einer untragbar hohen Auslandsverschuldung und hohen Inflationsraten litten.

Wenige Ökonomen oder politische Entscheidungsträger brachten die notwendigen Voraussetzungen mit, um die vor ihnen liegenden komplexen Aufgaben anzugehen. Für einen Wandel dieser Größenordnung konnten weder die moderne Makroökonomie, noch der Internationale Währungsfonds mit seinen beinahe 50 Jahren Erfahrung viel Orientierungshilfe bieten. Die Herausforderungen, die es zu bewältigen galt, waren gewaltig, und schienen vielen ein Ding der Unmöglichkeit.

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